Kleines Lexikon

B

Bacardi

Als Synonym für leichten weißen Rum steht Bacardi. Die Firma Bacardi entstand 1862 in Santiago auf Cuba. Ihr Gründer, Facundo Bacardi, war der erste, der Rum von so hohem Reinheitsgrad destillierte. Sein Rum wurde schnell über Mittelamerika hinaus bekannt. Heute wird Bacardi Rum auf mehreren karibischen Inseln, in Brasilien, Venezuela und in Spanien hergestellt. Mit über 290 Millionen Flaschen Absatz pro Jahr ist Bacardi weltweit die Nr. 1 unter den Spirituosen und auch in Deutschland beim weißen Rum absoluter Marktführer. Außer der Standardmarke Bacardi Rum Light-Dry werden noch der aromatische, milde Premium Black, der hellgelbe Bacardi Rum Gold und der langjährig in Eichenholzfässern gelagerte, amberfarbene Gold Reserve angeboten.

Brandy

Strenggenommen kann aus jeder Frucht durch Fermentation und Destillation ein Branntwein gewonnen werden.
Heute werden jedoch die meisten als Brandy bezeichneten Spirituosen aus Traubenwein destilliert. Weitere Sorten können aus verschiedenen Maischen hergestellt werden, z. B. Aprikosen, Apfel, Kirschen oder Pflaumen. 
Die nach wie vor sehr beliebten Liköre werden auf andere Weise produziert: Das Destillat wird erst nachträglich mit mazerierten Früchten versetzt und häufig gesüßt. In Italien und Spanien wurde bereits im 13. Jahrhundert eine branntweinartige Spirituose hergestellt. Die Idee wurde in Frankreich erst 100 Jahre später aufgegriffen. Heute ist Frankreich jedoch der führende Brandyerzeuger. Der König der Brandys ist der Cognac (siehe unten); er ist nach einer alten Stadt im Südwesten Frankreichs benannt. Nicht jeder Brandy darf sich Cognac nennen: Diese Bezeichnung ist Brandys vorbehalten, die aus bestimmten Trauben rund um die Stadt Cognac in der Charente hergestellt werden. Die Herstellung unterliegt strengen Richtlinien, so muss z. B. jeder Cognac mindestens 2 Jahre in Eichenfässern gelagert werden. Das südlich von Cognac gelegene Armagnac ist ebenfalls für seine hervorragenden Brandys berühmt. 

Nicht die Farbe, sondern das Aroma ist ein sicheres Qualitätsmerkmal eines Brandys. Für eine Qualitätsprüfung ein leer getrunkenes Glas mit einem trockenen Tuch auswischen. Ein Vanillegeruch am Tuch weist auf einen jungen, ungereiften Brandy hin, während ein gut gereifter Tropfen an seinem Holzduft zu erkennen ist. Gleichzeitig kann man beobachten, ob die Flüssigkeit nach dem Absetzen des Glases am Rand haften bleibt oder sofort herunter läuft. Letzteres kann auf den Zusatz von Süß- oder Aromastoffen und damit auf eine schlechtere Qualität hinweisen. Ein zuverlässiges Qualitätszeichen ist der Preis. Teurere Brandy sind in der Regel im Holzfass gereift, älter und besser.
Man sollte Brandy in einem mäßig großen Glas servieren, das bequem gehalten werden kann. Beim langsamen Schwenken des Glases erhält der Brandy durch die Handwärme die richtige Temperatur.
Das Getränk wird in der Regel in einem Cognacschwenker serviert, die Franzosen bevorzugen jedoch ein tulpenförmiges Kelchglas, da darin das Bouquet besser zur Geltung kommt. Dringend abzuraten ist von der Verwendung übermäßig großer Schwenker und dem Erhitzen von Brandy über Offener Flamme.
C

Calvados

Calvados ist ein Apfelbrand aus Frankreich. Seine Heimat ist die Normandie. Bereits die Römer berichteten von den wildwachsenden Apfelbäumen, die im feuchten Golfstrom-Klima prächtig gediehen. Schon früh pressten die Bauern Saft aus ihren Äpfeln und ließen ihn zu Wein vergären. Aus der Zeit Kaiser Karls des Großen (742-814) stammen die ersten Verordnungen über Anpflanzung und Pflege der Apfelbäume und die Herstellung von Apfelwein.
Der hochprozentige Bruder des Apfelweins ist der Apfelbrand. Er wird erstmals 1553 erwähnt. Calvados heißt der Apfelbrand erst seit dem 19. Jahrhundert. Er ist benannt nach einem Département, aus dem ein Teil der Calvadosproduktion kommt. Entsprechend einem Gesetz von 1942 dürfen sich nur die Apfelbrände Calvados nennen, die aus einem genau abgegrenzten Gebiet der Normandie (Département Calvados und zehn andere Départements) stammen und nach bestimmten Destilliermethoden gebrannt worden sind. Das ist der Calvados mit gesetzlich geregelter Herkunftsbezeichnung (Appellation Calvados contrôlée). Es gibt aber noch einen anderen, den berühmtesten Calvados, der aus dem zwölften Département, dem Pays d'Auge, stammt. Er allein darf sich Calvados mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (Appellation Calvados du Pays d'Auge contrôlée) nennen. Für diesen besonderen Calvados darf nur Apfelwein gebrannt werden, der aus dem Gebiet Pays d'Auge stammt, und er muss auch innerhalb dieser Grenzen nach einem anderen Brennverfahren destilliert werden. Bei beiden Calvadostypen erhält man nach dem Brennen eine wasserhelle Flüssigkeit mit hohem Alkoholgehalt. Seinen Charakter aber bekommt der Calvados durch die Lagerung in Eichenholzfässern. Nach mindestens zweijähriger Alterung kann Calvados verkauft werden. Meist aber dauert die Reifezeit bis zu fünf oder mehr Jahren. Vor der Abfüllung auf Flaschen werden gut aufeinander abgestimmte Destillate miteinander vermischt Diese Cuvées garantieren über Jahre hinweg eine gleichmäßige Qualität.
Einen der großen Namen repräsentiert die Marke Dauphin. Hersteller ist die Destillerie Normande du Calvados Dauphin in Coquainvilliers, im Herzen des Pays d'Auge. Mit Calvados Dauphin, Calvados Dauphin Vieille Réserve und Calvados Dauphin Tres Vieille Fine - Hors d'Age werden vom jungen, frischen Calvados mit ausgeprägtem Apfelbukett bis hin zum vollmundigen, lange gelagerten Brand ausgezeichnete Calvados für jeden Geschmack angeboten. Calvados trinkt man wie Cognac zum Abschluss eines Essens. Zum Mixen eignet sich Calvados wegen seiner Anpassungsfähigkeit an Liköre, Säfte, Sirups und Sahne ausgezeichnet.

Champagner

Champagner ist ein besonderer Schaumwein für besondere Gelegenheiten. Es sind verschiedene Sorten auf dem Markt. Champagner dürfen sich jedoch nur Schaumweine aus dem genau begrenzten Anbaugebiet um das Marnetal und die Städte Reims, Epernay und Ay in Nordfrankreich nennen. Zudem müssen sie nach der "Méthode champagnoise" hergestellt werden, bei der die zweite Gärung in der Flasche stattfindet. Dieser Vorgang verleiht dem Champagner seine Spritzigkeit. Die Champagnererzeuger behüten ihren exklusiven Namen eifersüchtig. Im Jahr 1993 zogen sie gegen die Yves St. Laurent Gesellschaft vor Gericht, um ihr die Parfümbezeichnung "Champagne" verbieten zu lassen. Champagner erfordert ein sehr arbeitsintensives Herstellungsverfahren, was sich früher im Preis niederschlug. Heute werden auch sehr gute Champagner zu erschwinglichen Preisen angeboten. Starke Konkurrenz hat der Champagner zudem von günstigen und hochwertigen Sektsorten aus Spanien, Australien, den USA und Deutschland bekommen. 
Man kann diese Sorten für Cocktails mit sehr aromatischen Zutaten verwenden, die das feine Aroma des Champagners überdecken.

Der Wein der Champagne hatte schon in frühester Zeit einen guten Ruf. Bereits vor 2000 Jahren wurde in der nordöstlich von Paris gelegenen Champagne Weinbau betrieben. Bis zum 17. Jahrhundert moussierten diese Weine jedoch nicht. Sie waren rot oder weiß und Konkurrenten der Burgunder, die aus denselben Rebsorten gekeltert wurden. Heute dürfen in der Champagne nur drei Rebsorten angebaut werden: die weiße Pinot Chardonnay und die beiden blauen Pinot Noir und Pinot Meunier, die durch ein schnelles Pressverfahren auch hellen Champagner ergeben. Die Herstellung von moussierendem Champagner wurde während der Regierungszeit Ludwigs XIV. (1643-1715) entdeckt und entwickelt. 

Champagner rose ist eine spezielle Sorte. Man erhält ihn zum einen durch Verschneiden von roten und weißen Weinsorten, kann aber zum anderen die Schale der blauen Pinotnoir-Trauben so lange im Fass belassen, bis der Wein leicht gefärbt ist. Mit dieser Methode kann der Wein vollständig aus blauen Trauben hergestellt werden - die Franzosen nennen ihn "Rosé de Noirs".

Champagner muss gut gekühlt, 5 bis 7 °C, getrunken werden. Zu viel Kälte verursacht Geschmackseinbußen, während Wärme zu einem schnellen Kohlensäureverlust führt. Champagner wird am besten in einem Eiskübel mit einer Mischung aus Eis und Wasser gekühlt (mindestens eine halbe Stunde). Er wird in trockenen Sektflöten oder tulpenförmigen Gläsern serviert, da in diesen Formen Spritzigkeit und Bouquet des Schaumweines am besten bewahrt bleiben. Die früher beliebten flachen Champagnerschalen sind weniger geeignet. 

Beim öffnen zunächst den Draht vom Korken entfernen. Den Flaschenhals und den Korken mit einem sauberen, trockenen Tuchfesthalten, die Flasche vorsichtig drehen und gleichzeitig den Korken festhalten. Den Korken vorsichtig mit drehenden Bewegungen lockern, er sollte beim öffnen nur leise "seufzen". Lassen Sie ihn nicht knallen, da dies ernsthafte Verletzungen zur Folge haben kann.

Herstellung:
Die Champagnerherstellung läuft nach streng geregelten Verfahren ab. Der frisch gekelterte Most kommt zur ersten Gärung in die traditionellen Holzfässer oder in moderne Tanks. Nach rund drei Wochen wird der junge Wein umgefüllt und gefiltert. Jetzt beginnt die eigentliche Champagnerherstellung. Sie umfasst im wesentlichen fünf Schritte: Zuerst wird die Cuvée gemischt, das heißt, verschiedene Weine werden kombiniert, um den typischen Geschmack einer Marke oder eines Champagner-Hauses zu erzielen. Diesem Wein wird nun eine "Fülldosage", ein Zusatz aus Hefe und in altem Wein gelöstem Rohrzucker beigegeben. Der Wein wird dann zur zweiten Gärung auf Flaschen gefüllt. Nach drei bis vier Wochen ist der Wein hell und klar. Auf den Rückständen, dem Satz, reift nun der Champagner zwei bis drei Jahre. Um diesen Satz entfernen zu können, werden die Flaschen in Rüttelpulte gesteckt. Durch tägliches Rütteln und Höherstellen des Flaschenbodens sammeln sich die Rückstände im Flaschenhals. 
Mit einem speziellen Verfahren wird nun der Satz entfernt, dabei geht etwas Wein verloren. Er wird durch die sogenannte Dosage aus Wein, derselben Cuvée und etwas altem Champagner, in dem Rohrzucker gelöst ist, ersetzt. Dieser Vorgang bestimmt die Geschmacksrichtung des Champagners. Zum guten Schluss folgt das Verschließen mit Naturkorken und das Etikettieren. Nach einigen Wochen Ruhezeit ist der Champagner fertig zum Versand. 

Auch Florens-Louis Heidsieck, ein gebürtiger Westfale, der sich 1777 in Reims als Tuchhändler niederließ, widmete sich bald der Champagnerherstellung. Sein Unternehmen Heidsieck & Co. wurde im Jahre 1785 gegründet 1805 nahm er seinen Neffen Charles-Camille in die Firma auf, der 1851 das Champagnerhaus Charles Heidsieck gründete. 1985 wurde das Unternehmen von Rémy Associés (Rémy Martin) übernommen. In den weitläufigen Kreidekellereien in Reims reifen rund 15 Millionen Flaschen Champagner. 
Die Qualitäten Brut réserve, Brut Millésimé (Jahrgang) und Brut Rosé Millésimé zählen heute zu den ganz großen Marken der Champagne. Seit 1991 wird als Spezialität des Hauses Heidsieck der Blanc des Millénaires (Jahrgang), ein eleganter Blanc des Blancs de Chardonnay angeboten. Um Champagner zu trinken, braucht es keinen besonderen Anlass, er passt sich allen Gelegenheiten an. Champagner ist eben immer die richtige Wahl. Beim Mixen spielt Champagner schon seit der Jahrhundertwende, eine bedeutende Rolle. Der große Klassiker "Champagner-Cocktail" gehört bis heute zum Repertoire jeder guten Bar. 
Vielen weiteren Cocktails verleiht ein Schuss Champagner die beliebte prickelnde Note.

Cognac

Cognac gilt unter den gebrannten Weinen als edelstes Destillat und ist deshalb bei vielen Gelegenheiten das ideale Getränk. Er wird in den bekannten Schwenkern, die sein Aroma am besten zur Geltung bringen, oder in kleinen Tulpengläsern bei Zimmertemperatur getrunken. Cognac können Sie als i-Tüpfelchen servieren, als krönenden Abschluss einer Mahlzeit oder einfach als Highlight zwischendurch. Cognac ist aber auch unentbehrliche Mixzutat für die Drinks der Happy hour. Viele weltbekannte Cocktails verdanken der weichen goldbraunen Spirituose ihre Entstehung.

Seit mehreren hundert Jahren begründet der Cognac einen Teil des Reichtums des Charente-Gebiets und zählt seitdem zu den international bekanntesten Erzeugnissen Frankreichs. 
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde in der heutigen Cognac-Region erstmals destilliert. Jedoch gelang es erst nach vielen Versuchen, ein optimales Brennverfahren zu finden, das auch heute noch angewandt wird. 
Im 17. und 18. Jahrhundert begann man, den Weinbrand in Eichenholzfässern zu lagern, deren Holz aus den nahegelegenen Wäldern um Limousin stammte. Man stellte fest, dass die Qualität des Cognacs dadurch gewann. Er verlor seine Schärfe und bekam eine schöne goldbraune Farbe. 

Das heutige Cognac-Gebiet wird in zwei große Zonen unterschieden, den Champs oder Champagnes und den Bois, der wiederum in sechs Regionen unterteilt wird. Jede Region vermittelt "ihrem" Cognac besondere Eigenschaften, einen bestimmten Geschmack und ein nur ihm eigenes Aroma. Im Spätherbst beginnt die Destillation der jungen Weine. Zur Reifung muss der Cognac, wie schon erwähnt, in Eichenholzfässern lagern. Nach diesem Reifeprozess ist der Cognac aber noch nicht fertig, jetzt kommt erst die Kunst des Kellermeisters zum Zuge. Dieser mischt Brände unterschiedlichen Alters und verschiedener Lagen, um einen harmonischen, für die jeweilige Marke oder Qualität typischen, über Jahre hinweg gleichbleibenden Geschmack zu erzielen. Da Cognacs mit wenigen Ausnahmen immer Mischungen sind, ist es wichtig, die "Etiketten" lesen zu können. 
Für V.S., 3 Sterne oder De Luxe Cognacs muss der jüngste Bestandteil mindestens zwei Jahre im Eichenholzfass gelagert haben. Für V. S. 0. P. sind vier Jahre vorgeschrieben. Bei Cognacs mit der Bezeichnung Napoleon, Extra, X 0., sowie bei allen Bezeichnungen, die auf ein außergewöhnliches Alter hinweisen, sind für das jüngste Destillat mindestens sechs Jahre Lagerung vorgeschrieben. Das tatsächliche, meist über diese vorgeschriebene Zeit hinausgehende Alter wird aber durch die Qualitätspolitik der jeweiligen Hauses bestimmt.

Ein Erzeugnis besonderer Art ist der "Fine Champagne Cognac". Er ist eine vom Alter unabhängige Mischung aus den beiden besten Regionen, der Grande und Petite Champagne, wobei mindestens 50 % des Destillats aus der Grande Champagne stammen müssen. 
Großen Anteil an der Geschichte des Cognac hat das weitbekannte Haus Rémy Martin. Es besteht seit 1724 und ist heute führender Erzeuger von Fine Champagne Cognac, Die Angebotspalette reicht von VS., V.S.O.P., Club, Napoleon, XO Spécial und Extra Perfection bis zur absoluten Spitzenqualität Louis XIII, die als exklusivster und teuerster Cognac gilt. Das Haus beherrscht weltweit fast 15% des Cognac-Marktes, wobei der Rémy-Martin-Anteil bei der V.S. 0.P. -Qualität und den gehobeneren Sorten noch weit höher liegt. Rémy Martin produziert jährlich rund 20 Millionen Flaschen, von denen etwa 90% exportiert werden., In mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, ist Rémy Martin Marktführer.

G

Galliano

Unter den internationalen Likören nimmt Galliano - nicht nur seiner überlangen Flasche wegen - eine herausragende Stellung ein. Die extravagante Flasche ist in jeder Bar ein Blickfang und zwingt Hobby- und Profimixer zur Suche nach einem geeigneten Platz. So bemerkenswert wie ihr Äußeres ist auch der goldgelbe Inhalt der Gallianoflasche. Denn etwa 70 verschiedene Kräuter und Pflanzen verleihen dem italienischen Likör ein einzigartiges Aroma. Bei einer Geruchsprobe stellt man außerdem einen Hauch von Vanille fest. Dieser Vanilleton ist es, der die Kreativität der Barmixer anregt. Galliano liebt Sahne und Säfte, Kaffee und Tonic Water, verbindet sich mit anderen Likören zu höchst interessanten Mischungen und rundet Drinks mit Spirituosen weich und samtig ab. Der seit 1996 hergestellte 35%ige Likör ist in seinem Heimatland Italien aus keiner Bar wegzudenken. Seinen Siegeszug verdankt er jedoch der amerikanischen Genuss- und Experimentierfreudigkeit. 
Galliano brachte auch frischen Wind in das deutsche Cocktailangebot, und Anfängern sei erst der Genuss "on the rocks" empfohlen. Dabei werden Sie feststellen, dass Galliano zu vielen Ihrer bevorzugten Getränke passt, und das sollte Sie eigentlich verführen, mit diesem Likör einige Mixversuche zu wagen.

Gin

Gin wurde ursprünglich zu medizinischen Zwecken Mitte des 15. Jahrhunderts von einem gewissen Dr. Franciscus de la Boe von der medizinischen Schule der Universität Leiden in den Niederlanden erfunden. Er wurde als billiges reinigendes Tonikum eingesetzt, da sowohl Alkohol als auch Wacholder (als Aromaträger) starke harntreibende Wirkung haben. Diese Spirituose mit Wacholdergeschmack wurde als "Genièvre" ("Wacholder") bezeichnet und von den Holländern zu "Genever" abgewandelt. Britische Truppen, die im 17. Jahrhundert in Holland kämpften, tauften das Getränk schließlich Gin. Heute unterscheidet man drei holländische Ginsorten - "jonge" (jungen) "oude" (alten), und "zeer oude" (sehr alten) Gin. Die Bezeichnung bezieht sich mehr auf das Aroma und die Art und weniger auf das Alter. Alter Gin hat ein intensiveres, schärferes Aroma, wohingegen der beliebtere, junge Gin leichter im Geschmack ist. Die vielleicht berühmteste Ginart ist der "London Dry Gin"; er wurde ursprünglich in London produziert und wird heute in den Destillerien auf der ganzen Welt hergestellt. "Plymouth Gin" ist eine gesüßte, aromareiche Sorte. Diese Spirituose wird in engen Zusammenhang mit der British Royal Navy gebracht und ist nach dem Marinehafen Plymouth benannt. 

Gin schmeckt vorrangig nach Wacholderbeeren. Die restlichen Aromastoffe sind meist natürliche pflanzliche Zutaten. Amerikanische und englische Sorten werden in der Regel aus Getreidemaische destilliert. Die Maische wird erhitzt, fermentiert und so lange destilliert, bis ein sehr starker nahezu geschmacksneutraler Alkohol entsteht. Anschließend wird das neutrale Destillat erneut in einen Destillierkolben gefüllt und mit Aromastoffen versetzt. Durch Zusatz von destilliertem Wasser wird der Alkoholgehalt vor dem Abfüllen reduziert. Amerikanische Ginsorten werden mit Ananas-, Orangen- und Pfefferminzaromen versetzt. 

Im 18. Jahrhundert wurde den Wacholderbeeren fälschlicherweise eine abtreibende Wirkung zugeschrieben. Der Wacholderschnaps wurde mit den Spitznamen "Mothers' ruin" oder "Ladies' delight" belegt. Gin galt als gewöhnliches Getränk, das überall und für wenig Geld erhältlich war. Das verkommene Dasein der Trinker wurde als Leben in der "Gingasse" bezeichnet, wo die schäbigen Läden "einen Rausch für einen Penny, einen Vollrausch für zwei Pennies und einen sauberen Strohhalm gratis" anboten. Zum Glück für die Erzeuger hat sich die Einstellung im 20. Jahrhundert grundlegend geändert. Heute ist Gin der Grundstoff für viele klassische Cocktails (siehe Martini).

M

Martini

Einer der berühmtesten Cocktails mit Gin - vielleicht sogar der berühmteste Cocktail überhaupt - ist der Martini. Bei uns fiel die Wahl auf einen trockenen Martini - eine Mischung aus Gin und trockenem Vermouth. 
Neben dem richtigen Mengenverhältnis wird auch der Ursprung des Cocktails heftig diskutiert. Manche halten einen Barkeeper namens Martini, der im Knickerbocker-Club in New York um 1915 arbeitete, für den Erfinder. Andere behaupten, dass ein Vertreter der Martini- und Rossi-Gesellschaft den Drink aus der Wiege gehoben hat. Die früheste Quelle besagt, dass der Martini von einem Martinez Cocktail abstammt, der in einem Mixbuch aus dem späten 19. Jahrhundert aufgeführt wurde. 
Die Debatte über das richtige Mengenverhältnis ist ebenso vage. Die hier verwendeten Mengen ergeben einen Durchschnittsmartini. Wer eine trockenere Variante bevorzugt, kann mehr Gin und weniger Vermouth verwenden. Unabhängig davon sollte man den Cocktail stets mit Eis verrühren, anschließend abseihen und mit Zitronenschale und einer Olive servieren.
P

Portwein

Port, einst der Wein der Könige und vornehmen englischen Clubs, hat sich heute auch bei uns einen festen Platz erobert. Das Jahr 1680 ist einer der Meilensteine in der Geschichte des Ports. Um diese Zeit verstärkten erstmals englische Weinkaufleute den Portwein mit Weindestillat, um ihn für die Verschiffung von Portugal nach England haltbarer zumachen. Man ahnte jedoch nicht, dass die Zugabe von Alkohol den Wein in der Entwicklung hemmte und man dadurch eine völlig andere Art von Wein erhielt. Diese neuentdeckte Methode wurde später verfeinert, grundlegend jedoch hat sich bis heute nichts daran geändert. Portwein stammt ausschließlich aus der Alto-Douro-Region am Oberlauf des Douro-Flusses in Portugal Er unterscheidet sich in vielem von den übrigen in Portugal angebauten Weinen. Etwa 20 verschiedene Rebsorten liefern den Wein. Die Garung des Mosts wird nach bestimmter Zeit durch die Zugabe von Weindestillat unterbrochen. Dabei wird auch der Alkoholgehalt auf etwa 20% Vol erhöht. Im Frühjahr wird der Wein in große Fässer umgefüllt und in die etwa 100 km entfernte Hafenstadt Vila Nova de Gaia gebracht. Hier, gegenüber der namengebenden Stadt Porto, beginnt nun in riesigen Lagerhallen die lange Zeit der Lagerung und Reife. 
Portwein kann rot oder weiß sein. Dunkles Rot ist im allgemeinen typisch für einen jungen Wein. Durch jahrelange Lagerung im Eichenholzfass wird roter Port immer eine Nuance heller, weißer dagegen immer etwas volltöniger, so dass sie sich im Alter ähneln. Die großen Portwein-Häuser bringen ihre bekanntesten Marken mit unterschiedlichen Bezeichnungen auf den Markt. Am gebräuchlichsten sind Tawny, Ruby, White und Vintage. 
Großen Anteil an der Geschichte des Port hat das Haus Ferreira. Es wurde 1751 gegründet und ist eines der wenigen alten, noch bestehenden Familienunternehmen. Internationale Bedeutung gewann das Haus, als die berühmte Witwe Dona Antonia Adélaide Ferreira (1811-1896) die Führung des Unternehmens übernahm. Die Firma zählt heute zu den größten und bekanntesten Portweinexporteuren.
R

Rum

Rum wurde erstmals im 16. Jahrhundert von spanischen Siedlern hergestellt, die in Zuckerrohrfabriken arbeiteten. Sie bemerkten, dass beim Zuckersieden aus Zuckerrohr eine klebrige Melasse übrigblieb, die in der Hitze auf natürliche Weise fermentierte. Nach der Fermentation und Destillation erhielt man einen starken, dunklen Rum. 
Rum hat zeitweise eine bewegte Geschichte durchlaufen. Er wurde für medizinische Zwecke benutzt und im Rahmen der Wahlkampagne George Washingtons kostenlos ausgeschenkt. Gleichzeitig hat er jedoch auch einen unmenschlichen Sklavenhandel aufrechterhalten. Auf den Zuckerrohrplantagen wurden häufig afrikanische Eingeborene als Sklaven eingesetzt, die aus der Karibik von englischen Seeleuten "importiert" wurden. Hier wurden sie gegen Rohmelasse eingetauscht, die zum Zwecke der Rumproduktion zurück nach Neuengland verschafft wurde. Mit Hilfe des Rums wurden weitere afrikanische Sklaven erstanden. 
Rum hat auch bei der amerikanischen Revolution eine Rolle gespielt, da die berühmte Bostoner Teeparty im Jahr 1773 eine Revolte gegen die Steuern war, die die britische Regierung auf Tee und Melasse erhoben hatte. Es waren die mit Rum beladenen Schiffe, die im Revolutionskrieg die britische Seeblockade durchbrachen. 

Weltweit werden verschiedene Rumsorten produziert. Der berühmteste unter ihnen ist der Jamaika-Rum - der dunkle, intensive Rum wird meist mit dieser Insel in Verbindung gebracht. Hier werden einige der besten und stärksten Rumsorten hergestellt. 
Zu den weißen Sorten zählt der kubanische Rum - Kuba ist die Heimat des berühmten Barcardi. Die Erzeuger bieten in der Regel auch einen Gold Anejo Rum (gereift) an. Trinidad, Barbados, Martinique, Guadeloupe, Haiti und Puerto Rico sind für ihren Rum bekannt. Rum wird jedoch nicht nur in der Karibik gebrannt. So wird Batavia Arak in Java erzeugt und in den Niederlanden abgefüllt. Er wird auch in Südamerika und Australien produziert. 
Planter's Punch zählt zu den ältesten rumhaltigen Drinks, er datiert aus dem 17. Jahrhundert. Ein altes "Rezept" fasst seine Zutaten zusammen: 1 Teil sauer (Limettensaft), 2 Teile süß (Zuckersirup), 3 Teile stark (Rum), 4 Teile schwach (Eis). Wörtlich genommen ergibt dies in der Tat einen starken Drink. Daiquiri ist ein modernerer sehr beliebter Drink mitfolgenden Zutaten: 10 cl weißer Rum, 4 cl Limetten- oder Zitronensaft und 1 TL extrafeiner Zucker. Die Zutaten in einem eisgefüllten Shaker schütteln und in ein Cocktailglas seihen. 

Was wäre eine Bar ohne Rum? Ein Unding - eine schattenhafte Karikatur ihrer selbst! Denn Rum ist eine der tragenden Säulen des Barbetriebs - das gilt für die Bar zu Hause genauso wie für die Profi-Bar. Auf internationalem Parkett trat Rum in den letzten Jahren einen triumphalen Siegeszug um die Weit an. 
Die Palette reicht vom leichten weißen Rum mit zartem Aroma bis hin zum braunen schweren Rum-Typ. Der goldgelbe bis tiefbraune dunkle Rum stammt meist von der westindischen Insel Jamaika. 
Aber auch von anderen Karibikinseln kommen die verschiedensten Rumsorten zu uns. Den Rohstoff für diese aromatischste aller Spirituosen liefert das 1494 von Kolumbus nach Westindien eingeführte Zuckerrohr.
Rum wird in Deutschland als hochprozentiger Original-Rum, als auf Trinkstärke herabgesetzter Echter Rum oder als bereits im Herstellerland herabgesetzter Original-Rum eingeführt. 
Viele weltbekannte Mixgetränke wie Cuba Libre, Daiquiri, Planter's Punch, Mai Tai oder Zombie werden mit Run gemixt. Bei Partys und Treffs jeder Art vermitteln Mixdrinks mit Rum einen Hauch von karibischem Flair - von azurblauem Ozean, weißen Stränden und rauschenden Kokospalmen. 
Als Synonym für leichten weißen Rum steht Bacardi. Die Firma Bacardi entstand 1862 in Santiago auf Cuba. Ihr Gründer, Facundo Bacardi, war der erste, der Rum von so hohem Reinheitsgrad destillierte. Sein Rum wurde schnell über Mittelamerika hinaus bekannt. Heute wird Bacardi Rum auf mehreren karibischen Inseln, in Brasilien, Venezuela und in Spanien hergestellt. Mit über 290 Millionen Flaschen Absatz pro Jahr ist Bacardi weltweit die Nr. 1 unter den Spirituosen und auch in Deutschland beim weißen Rum absoluter Marktführer. Außer der Standardmarke Bacardi Rum Light-Dry werden noch der aromatische, milde Premium Black, der hellgelbe Bacardi Rum Gold und der langjährig in Eichenholzfässern gelagerte, amberfarbene Gold Reserve angeboten.
S

Sherry

Der schon im Mittelalter geschätzte Sherry ist einer der berühmtesten Weine der Welt.
Seine Heimat ist ein eng umgrenztes Anbaugebiet in Andalusien/Spanien um die Stadt Jerez de la Frontera in der Provinz Cadiz. Die Engländer entdeckten den Sherry vor gut 400 Jahren und verhalfen ihm zu seinem weltweiten Erfolg. Die wichtigsten Bedingungen für gute Sherries sind kalkhaltige Böden, bestimmte Traubensorten (Palomino, Pedro Ximenez) und das sonnige Klima. Aber auch das aufwendige System der Herstellung, welches über die jeweilige Geschmacksrichtung entscheidet, ist von ausschlaggebender Bedeutung. Wichtige Besonderheiten bei der Herstellung sind die Verstärkung mit Alkohol und die Reifung im sogenannten Solera-System. Sei dieser Art der Alterung liegen bis zu fünf Fassreihen übereinander, und jedes Jahr wird Wein aus der unteren Fassreihe, abgefüllt Die entnommene Menge wird aus den darüberliegenden Fassreihen ersetzt. Dieser Vorgang gewährleistet die stets gleichbleibende Qualität des jeweiligen Sherrytyps. Man unterscheidet beim Sherry den trockenen herben Fino (oft auch als Dry, Very Dry oder Very Pale Dry angeboten), den milden, halbtrockenen Amontillado (oft als Medium oder Medium Dry etikettiert), den trockenen bis leicht süßen, würzigen Oloroso und den Cream Sherry, die süße Variante des 
Olorose. Großen Anteil am heutigen Ruf des Sherry hat das weltbekannte Haus Domecq. Bereits 1816 übernahm der erste Domecq eine Kellerei, die damals schon 100 Jahre alt war. Heute ist Domecq größter Sherry-Hersteller und bietet alle Geschmacksrichtungen. Flaggschiff bei den Sherry-Marken von Domecq ist der trockene, aromatische "La Ina" der auf der ganzen Welt als Edel-Aperitif bekannt ist. Mit "Rio Viejo" wird ein trockener, schwerer, mit "Primero" ein 
heller, körperreicher und mit "Celebration Cream" ein süßer, schwerer Sherry angeboten. 
Nach der Faustregel - je trockener, desto kälter - passt Sherry zu allen Gelegenheiten und lässt sich auch beim Mixen für alle Arten von Drinks verwenden.

Southern Comfort

Southern Comfort - The Grand Old Drink of the South - ist die älteste Likörmarke der USA. Er wurde erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in New Orleans hergestellt. Heute wird er in St. Louis/Missouri produziert. 
Southern Comfort ist ein trockener, alkoholreicher Likör (40 % Vol) auf Bourbon-Whiskey-Basis. Er wird mit Pfirsichen, Orangen und Kräutern aromatisiert. Obwohl Southern Comfort zu den Likören zählt, wird er oft wegen seines hohen Alkoholgehalts als gesüßter Bourbon bezeichnet. Dieser in Deutschland relativ junge Likör hat sich in kürzester Zeit durchgesetzt und ist aus dem Sortiment einer gut bestückten Bar nicht mehr wegzudenken. Southern Comfort bedeutet in jedem Fall eine wesentliche Bereicherung auch Ihres Mixprogramms. Sie können ihn "on the rocks" trinken oder als schnell gemixten Longdrink mit Orangensaft oder Ginger Ale. Doch auch Mineralwasser, Tonic Water, Cola und Zitronenlimonade passen hervorragend zu diesem Whiskeylikör. Außerdem verträgt sich Southern Comfort mit fast allen Spirituosen. Durch sein Pfirsicharoma geht Southern Comfort mit Fruchtsäften, Sahne, Sirups oder Champagner eine raffinierte Allianz ein.
T

Tequila

Tequila, Mexikos Nationalgetränk, fristete bei uns viele Jahre lang ein kaum beachtetes Dasein. Erst der Mexiko-Tourismus und völkerverbindende Ereignisse wie die Fußballweitmeisterschaft 1986 im Heimatland des Tequila verhalfen dieser Spezialität zu mehr Publicity. 
Eine einzige der vielen Agavenarten, die "Tequilana Weber" liefert den Rohstoff für Tequila, dessen Hauptanbaugebiet der mexikanische Bundesstaat Jalisco mit dem Städtchen Tequila ist, Tequila kommt weiß und braun in den Handel. Die weißen Sorten, werden gleich nach der Destillation abgefüllt und behalten dadurch ihr wasserhelles Aussehen und den frischen, erdigen Geschmack. Die goldgelben Tequila erhalten während ihrer ein- bis dreijährigen Lagerung im Eichenfass ihre Farbe und ein schweres, fast rauchiges Aroma. 
Die Mexikaner trinken Tequila am liebsten pur. Dazu streuen sie eine Prise Salz auf die Fläche zwischen Daumen und Zeigefinger der leicht geballten Faust und tupfen es mit der Zunge auf. Lm Mund steckt ein Zitronenschnitz, und sein Saft vermischt sich mit dem Salz. Diese ungewöhnliche Geschmackskombination wird mannhaft heruntergeschluckt, und danach kommt ein kräftiger Schluck gekühlter Tequila. Aber auch als Basis aparter Drinks ist Tequila sehr beliebt. Kein Tequila-Fan, der nicht schon die weitbekannten Drinks Margarita und Tequila Sunrise probiert hätte, 
Einer der großen Tequilahersteller ist die mexikanische Destillerie La Primavera in Atotonilco el Alto im Bundesstaat Jalisco. La Primavera bietet unter dem Markennamen Montezuma einen weißen Tequile mit 38% Vol und mit Aztec Gold einen 40%igen goldfarbenen Tequila an. Beide Sorten sind international auf allen großen Märkten vertreten, und in den USA präsentiert sich Montezuma als die Nr. 2. Die große Nachfrage nach Sortenvielfalt bewog die Hersteller, Montezuma auch nach Deutschland zu importieren.
W

Whiskey

Der Name Whiskey ist von dem gallischen Wort "usque- baugh" ("Lebenswasser") ab- geleitet. In Schottland wird er ohne "e", also Whisky, geschrieben. Schottischer Whisky darf nur in Schottland hergestellt werden. 
Zur Herstellung von Blended Scotch werden in der Regel zwei Sorten verwendet: Malt Whisky (er verleiht dem Whisky Charakter und Körper) und zusätzlich ein relativ geschmacksneutraler milder Grain Whisky. 
Bei den amerikanischen Whiskeys unterscheidet man verschiedene Sorten. 
- Blended Whiskey stellen ungefähr 47 % aller amerikanischen Sorten dar 
- Light Whiskey wird zum Großteil aus Mais hergestellt.
- Rye Whiskey wird aus einer Maische hergestellt, die mindestens 51 % Roggen enthält. 
- Tennessee Whiskey darf nur in Tennessee produziert werden und enthält zu mindestens 51 % Mais. 
- Corn Whiskey muss zu mindestens 80 % aus Mais bestehen. 
- Wheat, Malt und Rye Malt Whiskeys werden zu je 51 % aus Weizen, Gerste oder Roggen gebrannt. 
- Bourbon ist der König unter den amerikanischen Whiskeysorten. Er besteht Zu mindestens 51 %, höchstens aber zu 80 % aus Mais und wird mindestens 2 Jahre in Fässern aus Weißeiche gelagert, die zuvor von innen angekohlt wurden. 

Unter den zahlreichen Cocktails mit amerikanischem Whiskey wurde hier nur eine Begrenzte Anzahl ausgewählt, die die Vielfalt innerhalb dieser Drinks aufzeigt.
Ein Klassiker ist der Highball. Während dieser Bergriff heute für jedes hohe Glas steht, wurde damit ursprünglich ein bourbonhaltiger Drink bezeichnet. Hierzu 3 cl Bourbon in ein eisgefülltes Glas gießen und nach Belieben mit Ginger Ale auffüllen. Dieser Drink wurde inzwischen in "Seven and Seven" umbenannt, dafür die Zubereitung häufig Seagram's 7 blend sowie 7-Up-Sodawasser verwendet werden.
Ein weiterer Drink mit Bourbon, dem König der Whiskeys, ist der Southern Comfort. Über ihn gibt es eine interessante Geschichte zu erzählen: Cuffs and Buttons war Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebter Cocktail. Es handelte sich dabei um eine Mischung aus Bourbon und Pfirsichlikör die auch gerne als Marinade für Pfirsiche verwendet wurde. Der süße, fruchtige Pfirsichgeschmack machte den Bourbon auch für all jene trinkbar die ihn pur nicht trinken wollten. Ein Barkeeper in Missouri taufte Cuffs and Buttons schließlich in Southern Comfort um. Dieser Drink wurde so beliebt, dass er seit jener Zeit unter diesem Namen in Flaschen abgefüllt verkauft wird.

Wodka

Wodka war lange Zeit insbesondere wegen seines neutralen Charakters eine weltweit beliebte Cocktailzutat. Aufgrund seines wenig ausgeprägten Geruchs und Geschmacks lässt er sich gut mit anderen Zutaten mischen, ohne deren Aroma zu verändern. Er verleiht einem Drink aber dennoch eine besondere Note. Die Russen geben sich als Erfinder des Wodkas im 12. Jahrhundert aus (andere meinen, er sei im 11 Jahrhundert in Preußen erfunden worden). Sicherlich trank man zu dieser Zeit einen farblosen, vergleichbaren Schnaps - ein sogenanntes "Zhiznennia voda", was mit "Lebenswasser" übersetzt werden kann. Dieser Begriff wurde liebevoll mit "Vodka" oder "Wodka" abgekürzt, was mit dem Wort "Wässerchen" gleichgesetzt werden kann. Wodka ist im Vergleich zu anderen Branntweinen reiner und klarer, da bei der Herstellung gewisse Öle und chemische Bestandteile herausgefiltert werden, die nach übermäßigem Alkoholgenuss die unerwünschten Begleiterscheinungen verursachen. Trotz seines hohen Alkoholgehaltes kann Wodka als "mild" und verträglich bezeichnet werden.

In ganz Russland beherrschte man bald die Kunst, neutrale Branntweine aus stärkehaltigen Substanzen, wie Mais, Kartoffeln oder Roggen, zu destillieren. Diese Technik verbreitete sich in Finnland und schließlich auch in Polen. Im 16. Jahrhundert wurde Wodka in vielen Teilen Polens hergestellt, und viele Familien produzierten ihren eigenen, mit verschiedenen Kräutern und Früchten versetzten Wodka. 
Um 1820 wurde ein Familienunternehmen zur industriellen Wodkaherstellung gegründet, das zum Synonym für diesen Branntwein wurde - Smirnoff. Seinen hervorragenden Ruf hat die Firma dem Umstand zu verdanken, dass sie von Zar Alexander III. zum Hoflieferanten für Wodka und wodkahaltige Getränke ernannt wurde. Offensichtlich war dies die Belohnung für einen gekonnten Werbefeldzug, der von einem fahrenden Kopf des Unternehmens ersonnen worden war: Er ließ auf einem Jahrmarkt ein Trinkzelt aufstellen, in dem die Kellner als Bären verkleidet waren. Hinter der Theke befand sich ein richtiger Bär der Wodka auf einem Tablett servieren konnte. Als der Bär dem Zaren ein Glas gut gekühlten Wodka anbot, war dieser über den Einfall so belustigt, dass er die Firma Smirnoff zum Hoflieferanten ernannte.

Der geschmacksneutrale, farblose Wodka kann aus jeder natürlichen stärke- oder zuckerhaltigen Substanz hergestellt werden, Z. B. Kartoffeln, Zuckerrüben, Melasse, Gerste, Weizen und Roggen. Im Westen wird in der Regel Getreide ver- wendet, wohingegen man in Polen und Russland manchmal Kartoffeln nimmt. Von Vorteil ist, dass kein Reifungs- und Alterungsprozess erforderlich ist. Der destillierte Branntwein wird über Aktivkohle gefiltert und kann noch am gleichen 
Tag in Flaschen gefüllt und getrunken werden (ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil für den Erzeuger). Man sollte Wodka immer gut gekühlt, vorzugsweise auf Eis, servieren. Wodka wurde früher in kleinen Gläsern gereicht, die man nach dem Trinkspruch in den Kamin oder an die Wand warf. Der Erzählung nach soll Zar Peter der Große seinen Wodka stets mit schwarzem Pfeffer bestreut 
haben. Der heutige Pertsovka vodka ist in Anlehnung daran dunkelbraun gefärbt und leicht pfeffrig im Geschmack.

Ob das russische Nationalgetränk Wodka erstmals in Russland oder Polen gebrannt wurde, wird wohl immer eine Streitfrage bleiben - denn das Wort Wodka, "Wässerchen" existiert seit Jahrhunderten in beiden Sprachen. Der Ursprung der Wodka-Destillation liegt im Dunkeln. Sicher ist aber, dass bereits im 17. Jahrhundert in beiden Ländern viele Brennereien existierten. Eis Anfang des 20. Jahrhunderts war Wodka außerhalb Russlands und Polens kaum bekannt. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen zahlreiche Emigranten nach Berlin, wo sich, bald eine russische Kolonie bildete. Der Verlust der Heimat und das Leben im Exil brachten auch den Verzicht auf das Wodkatrinken mit sich. Die damals in Deutschland noch unbekannte Spirituose konnte man nirgends kaufen. Als Retter in der Not erwies sich die Familie Gorbatschow. Sie verfügte über die notwendigen Kenntnisse zur Wodka-Herstellung und beschloss, in Berlin Wodka zu produzieren. 1921 wurde die Firma Gorbatschow gegründet. Das Verfahren von Gorbatschow zeichnet sich bis heute dadurch aus, dass der Wodka zweimal über Holzkohle gefiltert wird. Durch diese doppelte Filtrierung bekommt Wodka Gorbatschow seine Reinheit und Geschmacksneutralität. 
Wurde Gorbatschow erst nur von Emigranten getrunken, so kamen später auch die Einheimischen auf den Geschmack. Die Berliner lernten den Wodka schätzen. Und 
nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Wodka Gorbatschow bundesweit durch. Heute ist er mit Abstand die führende Wodka-Marke in Deutschland.

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